Vorrat an Aktionsware ...

... in Supermärkten muss für mindestens zwei Tage reichen!

onlineurteile.de - Der Bundesverband der Verbraucherzentralen beanstandete die Sonderverkaufs-Aktion eines Einzelhandelskonzerns: Mehrere der Artikel, für die groß die Reklametrommel gerührt worden sei, hätten die Kunden schon am frühen Morgen des ersten Verkaufstags nicht mehr bekommen können. Zum Beispiel sei ein Luftbett schon fünf Minuten nach Öffnung der Filiale vergriffen gewesen. Ein Handy aus dem Sortiment der Sonderangebote hätten nicht einmal Kunden kaufen können, die schon vor der Ladenöffnung in der Warteschlange standen.

Werbung für Aktionsware sei irreführend, entschied das Landgericht Wiesbaden, wenn die Ware nicht in angemessener Menge vorrätig sei (7 O 373/04). Ein Supermarkt müsse Sonderangebote in seinen Filialen mindestens zwei Tage lang vorrätig haben. Das gelte zumindest dann, wenn in Anzeigen und Reklameblättchen ein bestimmter Verkaufsbeginn angekündigt, aber nicht deutlich auf ein begrenztes Angebot hingewiesen werde.

Ein Sternchenhinweis des Inhalts, dass die Artikel nur vorübergehend und nicht in allen Filialen erhältlich seien, genüge nicht. Wenn Sonderangebote schon am ersten Tag oder sogar in den frühen Morgenstunden des ersten Tages ausverkauft seien, spreche das dafür, dass das Unternehmen falsch kalkuliert habe. Diesen Vorwurf hätte es nur durch den Beweis entkräften können, dass die Nachfrage nach den beworbenen Artikeln ganz außergewöhnlich und nicht vorhersehbar war.