Vorsicht, Fahrschüler!

Autofahrer müssen hinter Fahrschulautos Sicherheitsabstand einhalten und mit Fahrfehlern rechnen

onlineurteile.de - Ein Münchner Geschäftsmann wartete mit seinem Wagen an einer roten Ampel. Der Golf, der vor ihm stand, fuhr bei Grün los und stoppte dann abrupt nach zwei Metern. Es handelte sich um das Schulungsfahrzeug einer Münchner Fahrschule: Der Fahrschüler hatte den Motor des Fahrzeugs abgewürgt. Der Geschäftsmann konnte nicht mehr bremsen und prallte gegen den Golf. Der Schaden am Golf belief sich auf 2.200 Euro, der Nissan des Geschäftsmannes kam mit 500 Euro besser weg.

Er klagte auf Schadenersatz: Den Aufkleber "Fahrschule" habe er nicht sehen können, argumentierte der Autofahrer, weil er so weit unten am Heck angebracht sei. Auch beim Anfahren sei ihm die Schrift nicht aufgefallen, daher sei er auf ein so plötzliches Bremsmanöver nicht vorbereitet gewesen. Die Fahrschule konterte, ihre Fahrzeuge seien auch auf dem Dach deutlich als Fahrschulfahrzeuge gekennzeichnet. Der Nissan-Fahrer habe einfach nicht aufgepasst und müsse daher für den Schaden am Golf geradestehen. So sah es auch das Amtsgericht München (322 C 36909/04).

Wer von hinten auf ein anderes Auto auffahre, sei in der Regel unachtsam gewesen und deshalb am Unfall schuld. Hinter Schulungsfahrzeugen sei besondere Vorsicht angebracht: Denn bei Fahranfängern müsse man jederzeit mit Fahrfehlern (wie eben Abwürgen des Motors) rechnen. Daher müssten die anderen Verkehrsteilnehmer unbedingt einen ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten. Die Fahrschul-Schilder an den Autos der Fahrschule seien so gut sichtbar, dass der Geschäftsmann die Schrift zumindest beim Anfahren hätte bemerken müssen.