Während des Urlaubs krank geworden

Reiserücktrittskostenversicherung muss nur für Reiseabbruch zahlen

onlineurteile.de - Vor einem längeren Urlaub in Nepal schloss der Mann eine Reiserücktrittskostenversicherung ab, die eine Versicherung gegen Reiseabbruch beinhaltete. Pech für den Urlauber: Eine schwere Magen-Darm-Infektion ereilte ihn, wegen Magenblutens musste er vier Tage lang ins Krankenhaus. Das Hotelzimmer stand in dieser Zeit leer, Ausflüge verpasste er. Nachdem er mit dem gebuchten Flugzeug nach Hause geflogen war, verlangte der Urlauber von der Versicherung 617 Euro als Ersatz für nicht genutzte Reiseleistungen. Das Unternehmen verwies jedoch auf die Versicherungsbedingungen: Der Kunde sei zwar plötzlich schwer erkrankt, doch Entschädigung gebe es nur für einen Reiseabbruch.

Das Amtsgericht Biedenkopf gab der Versicherung Recht (5 C 383/02). Nur wenn der Reisende auf die gebuchten Reiseleistungen verzichte und früher als geplant (mit einem anderen als dem gebuchten Verkehrsmittel) die Heimreise antrete, handle es sich um einen Reiseabbruch. Dann müsse die Versicherung einspringen. Im konkreten Fall sei der Urlauber jedoch bis zum vorgesehenen Ende des Urlaubs in Nepal geblieben und auch der Rückflug habe planmäßig stattgefunden. Also könne von einem Reiseabbruch keine Rede sein. Der Mann habe wegen seiner Erkrankung zwar den Urlaub einige Tage unterbrechen müssen, Unbill dieser Art sei aber nicht versichert. Dass der Urlaub für ihn aus diesem Grund keinen positiven Erlebniswert mehr hatte, spiele hier keine Rolle.