Wärme zu teuer?

Mieter werfen dem Vermieter Verstoß gegen das Gebot der Wirtschaftlichkeit vor

onlineurteile.de - Noch bevor das Ehepaar 2000 den Mietvertrag für die 3-Zimmer-Wohnung unterschrieb, hatte die Vermieterin die Wärmeversorgung des Wohnblocks einem Wärmecontractingunternehmen übertragen. Laut Mietvertrag hatten die Mieter die anteiligen Kosten der gewerblichen Lieferung von Wärme zu tragen.

Als die Vermieterin für die Jahre 2001 und 2002 Nachzahlungen für Heizung und warmes Wasser forderte, legten sich die Eheleute quer. Das sei unberechtigt, hielten sie der Vermieterin vor. Sie habe für die Wärmeversorgung einen viel zu teuren Anbieter ausgewählt und damit gegen das Gebot der Wirtschaftlichkeit verstoßen. Dem widersprach der Bundesgerichtshof und verurteilte die Mieter zur Zahlung (VIII ZR 243/06).

Natürlich seien Vermieter verpflichtet, bei der Auswahl von Lieferanten - und bei anderen Entscheidungen, welche die Höhe der von den Mietern zu tragenden Kosten beeinflussten - auf ein angemessenes Kosten-Nutzen-Verhältnis zu achten. Sie müssten die Interessen ihrer Mieter berücksichtigen.

Als die Vermieterin den Wärmeversorgungsvertrag abgeschlossen habe, habe das Mietverhältnis zwischen ihr und dem Ehepaar jedoch noch gar nicht bestanden. Auch der Umstand, dass die Vermieterin seither bei diesem Anbieter blieb, rechtfertige den Vorwurf der Mieter nicht: Bis heute hätte sie wegen der langfristigen Vertragsbindung an den Wärmelieferanten gar nicht wechseln können.