Wagen für Spritztour geklaut

Autobesitzerin hatte vorher den Autoschlüssel verloren: Versicherungsschutz?

onlineurteile.de - Eine Autofahrerin parkte ihren Wagen abends vor dem Mietshaus. Auf dem Weg zur Wohnung verlor sie den Autoschlüssel. Ihre Suche blieb erfolglos. Am nächsten Tag fragte die Frau auch bei der Polizei und beim Fundbüro nach dem Schlüssel, vergeblich. Einstweilen benutzte sie den Ersatzschlüssel und stellte den Wagen weiterhin direkt vor dem Haus ab - bis er nach einigen Tagen verschwunden war.

Wie sich nachträglich herausstellte, hatte ein Jugendlicher den Schlüssel gefunden und mit dem Auto eine "Spritztour" unternommen. Prompt baute der Dieb einen Unfall und hinterließ Beulen, deren Reparatur rund 1.000 Euro kostete. Bei dem Jungen war nichts zu holen.

Der Kaskoversicherer der Autofahrerin weigerte sich, den Schaden zu regulieren. Die Versicherungsnehmerin habe den Diebstahl durch ihren Leichtsinn ermöglicht, warf er ihr vor. So sah es auch das Landgericht Kleve. Es wies die Zahlungsklage der Versicherungsnehmerin gegen den Versicherer ab und wollte ihr noch nicht einmal einen Teilbetrag zugestehen (6 S 79/10).

Die Versicherungsnehmerin habe nicht einmal die einfachste Maßnahme getroffen, um ihr Fahrzeug vor Diebstahl zu schützen - das sei grob fahrlässig. Sie hätte es in einer Werkstatt unterstellen können oder zumindest an einem anderen Ort parken müssen, wo man Schlüssel und Auto einander nicht so einfach zuordnen konnte.