Wagen geklaut?

Falsche Angaben: Kaskoversicherung muss nicht zahlen, auch wenn ihr kein Nachteil entstand

onlineurteile.de - Die Reise nach Polen sollte teuer kommen. Ein Paar hatte seinen Wagen an einem Parkplatz abgestellt - als es zurückkehrte, war der Wagen weg. Da sollte nun die Teilkaskoversicherung einspringen. Der Mann füllte die Schadensmeldung aus und gab an, zuletzt sei seine Freundin mit dem Auto gefahren. Sie habe es abgestellt und später auch den Diebstahl entdeckt. Zeugen gebe es nicht. Als die Versicherung nachhakte, kam heraus, dass der Versicherungsnehmer selbst das Auto gefahren hatte und auch anwesend war, als dessen Verschwinden bemerkt wurde.

Falsche Angaben kosteten den Versicherungsschutz, hieß es von Seiten der Versicherung. Darauf werde auf dem Fragebogen ausdrücklich hingewiesen. Der Autobesitzer meinte, sein Fehler beim Ausfüllen sei bedeutungslos,und zog vor Gericht. Das Oberlandesgericht Hamm hielt die Angaben im Schadensformular durchaus für relevant (20 U 54/03). Da die Versicherung vermute, dass der Versicherungsnehmer das Fahrzeug in Polen verschoben habe, spiele es eine Rolle, ob er zur Tatzeit selbst am Tatort gewesen sei.

Auch der Einwand des Versicherungsnehmers, die Versicherung hätte ruhig noch einmal nachfragen können, anstatt ihm gleich den Versicherungsschutz zu entziehen, verfange nicht. Denn nach einem Missverständnis habe das nicht ausgesehen, seine Antworten hätten keine offenen Fragen aufgeworfen. Und im Prozess habe der Versicherungsnehmer die falschen Angaben ebenfalls nicht glaubhaft als Missverständnis erklärt, sondern jede Nachfrage abgeblockt ("keine Ahnung, wie es dazu kommen konnte").