Waldweg mit Hindernissen

Geländewagen kippte um - Wasser hatte den Weg unterhöhlt

onlineurteile.de - Der Mann war mit einem Allradfahrzeug in gebirgigem Gelände (Eifel) unterwegs, um im Auftrag des Jagdpächters einige Wildfutterstellen aufzufüllen. Als er einen schmalen, stark abfallenden Weg zurückfuhr, bemerkte der Wildhüter, dass ein Teil des Wegs weggebrochen war. In einer Ausweichbucht hatte sich eine Art Teich gebildet. Als ihn der Mann durchfuhr, gab plötzlich der Boden nach. Das Fahrzeug kippte um und sank ziemlich weit ein.

Bei der Suche nach einem Schuldigen geriet der Pechvogel an die Gemeinde. Ihr warf er vor, den Zustand des Weges nicht kontrolliert und keine Warnschilder aufgestellt zu haben. Deshalb sollte sie für den Autoschaden aufkommen. Das Oberlandesgericht Koblenz zeigte für die Forderung des Mannes allerdings wenig Verständnis (12 U 1829/01). Es sei bereits fraglich, ob überhaupt die Gemeinde (und nicht der Waldbesitzer) für den Weg zuständig sei; das spiele letztlich aber keine Rolle. Denn der Autofahrer habe sich den Unfall selbst zuzuschreiben.

Im Prozess habe er selbst erklärt, nach heftigen Regenfällen habe sich das Wasser eines Baches über den Weg ergossen, der ansonsten unterirdisch in einer Rohrleitung verlaufe. Deshalb sei der Weg wohl eingebrochen. In dieser Lage sei ein Warnschild überflüssig, machten die Richter dem Unfallfahrer klar. Denn die Gefahr, vor der er gewarnt werden wollte, habe er vor Augen gehabt. Trotzdem habe er nicht einmal das Nächstliegende bedacht, dass nämlich auch im überschwemmten Wegstück der Boden nicht mehr ausreichend tragfähig sein könnte. Ohne die Festigkeit des Bodens zu prüfen, sei er weitergefahren und leichtsinnig ein hohes Risiko eingegangen.