Was ist "Memory" ...

... ein bestimmtes Spiel mit Legekarten oder

onlineurteile.de - ein allgemeiner Begriff für Legekartenspiele?

gri - Der Herausgeber eines internationalen Frauenmagazins veranstaltete Anfang 2003 im Internet ein virtuelles Gewinnspiel mit Legekarten. Es hieß "Memory" bzw. "Fashion Memory": Auf dem Bildschirm lagen virtuelle Karten aus mit (verdeckten) Darstellungen von Modeartikeln. Wie beim "richtigen" Memory sollten die Spieler durch Aufdecken der Karten (= Anklicken) zusammengehörige Motive finden. Als Gewinn verloste das Magazin De-

signerschmuck.

Der Hersteller des beliebten Legekartenspiels Memory wollte es nicht dulden, dass man für das Internetspiel den Namen seines Bestsellers benutzte. Als Inhaber der geschützten Marke Memory verlangte er vom Frauenmagazin, darauf zu verzichten. Der Herausgeber hielt dagegen, Memory sei längst zu einem allgemeinen Gattungsbegriff für Legekartenspiele geworden. So ähnlich wie "Puzzle" bezeichne Memory nicht mehr nur ein bestimmtes Spiel, sondern eine Art von Spielen. Also dürfe er den Namen verwenden.

Seit 1959 werde das Legekartenspiel Memory mit Erfolg verkauft, stellte das Landgericht München I fest (33 O 3824/03). Durch diese lange und intensive Präsenz am Markt für Spiele sei der Name doch sehr mit diesem konkreten Legekartenspiel verbunden und weise eine gewisse Originalität auf. Legespiele anderer Hersteller würden unter anderen Bezeichnungen angeboten, so z.B. "Memo-Spiel". Daher müsse sich das Frauenmagazin für seine Gewinnspiele im Internet einen anderen Titel ausdenken.