Wehrdienst trotz dualen Studiengangs?

Bis zum dritten Semester können Studierende einberufen werden

onlineurteile.de - Nach dem Wehrpflichtgesetz können Studierende zum Grundwehrdienst einberufen werden, bis sie das dritte Semester erreicht haben. Dagegen werden Auszubildende von Beginn der Berufsausbildung an zurückgestellt und müssen den Wehrdienst erst danach absolvieren.

So wollte auch ein Student behandelt werden, der einen so genannten dualen Studiengang begonnen hatte. Das ist ein Studiengang, der praktische Ausbildung (= eine Lehre z.B. im Beruf des Mechatronikers) verbindet mit dem gleichzeitigen Studium an einer Fachhochschule. Der Lehrling erreicht so zugleich einen Berufsabschluss und einen Hochschulgrad (Diplom oder Bachelor). Die praktische Ausbildung wird - im Wechsel mit Studienphasen an der Fachhochschule - in Unternehmen durchgeführt.

Das Bundesverwaltungsgericht entschied, dass die Wehrersatzbehörde den Fachhochschulstudenten genauso behandeln muss wie alle anderen Studierenden (6 C 9.07). Auch nach Beginn des Studiums könne der Wehrpflichtige noch einberufen werden. Erst wenn er zwei Semester (oder einen entsprechend langen Abschnitt der praktischen Ausbildung) hinter sich gebracht habe, könne man ihn zurückstellen.

Andere Lösungen widersprächen dem Gesichtspunkt der Wehrgerechtigkeit. Denn Absolventen eines dualen Studiengangs würden ansonsten wohl überhaupt nie einberufen: Schließlich liege die Altersgrenze für die Einberufung zum Wehrdienst bei 25 Jahren, ein Alter, in dem kaum jemand eine duale Ausbildung schon abgeschlossen habe.