Weihnachtsgeld nur zu den Festtagen

Kein Anspruch, wenn Arbeitnehmer während des Jahres aus dem Betrieb ausscheiden

onlineurteile.de - Das Weihnachtsgeld pünktlich im Dezember tat dem strapazierten Geldbeutel gut. Da die Frau aber schon während des Jahres aus der Firma ausgeschieden war, überlegte sie, ob der Ex-Chef nicht zumindest einen Teilbetrag zahlen müsste. Im Arbeitsvertrag stand zu ihrer Enttäuschung gar nichts darüber. Weihnachtsgeld sei zusätzlicher Lohn, meinte sie, also müsse sie anteilig für die Monate etwas davon sehen, in denen sie noch für die Firma gearbeitet habe.

Doch beim Landesarbeitsgericht Köln blitzte sie mit ihrer Klage ab (4 Sa 1436/04). Wenn dies im Arbeitsvertrag nicht anders geregelt sei, bekämen nur Arbeitnehmer Weihnachtsgeld, die an Weihnachten noch im Betrieb angestellt seien. Weihnachtsgeld werde nun einmal zu Weihnachten gezahlt - und das nicht nur, weil es zu diesem Zeitpunkt fällig sei.

Das habe auch mit seinem Zweck zu tun: Weihnachtsgeld sei ein Weihnachtsgeschenk an die Arbeitnehmer und ein Beitrag zu den höheren Ausgaben an den Festtagen. Der Arbeitgeber sehe das Weihnachtsgeld nicht als zusätzlichen Lohn für geleistete Arbeit an, sondern als Anreiz, dem Betrieb treu zu bleiben und auch künftig gute Leistungen zu zeigen.