Wenn eine ledige Mutter heiratet ...

... muss der Vater des Kindes für sie keinen Unterhalt mehr zahlen

onlineurteile.de - Ihre unehelich geborene Tochter war noch keine zwei Jahre alt, als die Frau einen anderen Mann kennenlernte und schließlich heiratete. Daraufhin zahlte der Vater des Kindes nur noch den Unterhalt für das Mädchen, nicht mehr für die Mutter. Diese zog vor Gericht.

Doch der Bundesgerichtshof entschied in einem Grundsatzurteil gegen die Frau (XII ZR 183/02). Bis zum dritten Geburtstag eines nichtehelichen Kindes werde die Mutter von der Notwendigkeit befreit, sich ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Denn sie solle sich in vollem Umfang der Erziehung des Kindes widmen können.

Unverheiratete Mütter dürften aber nicht besser gestellt werden als geschiedene Ehefrauen. Und der Unterhaltsanspruch einer geschiedenen Ehefrau, die um der Kinderbetreuung willen Unterhalt vom Ex-Mann beziehe, falle bei erneuter Heirat weg. Auch die ledige Mutter verliere ihren Unterhaltsanspruch gegen den Kindesvater, weil sie durch die Heirat Anspruch auf Familienunterhalt von ihrem Ehemann erwerbe.