Wer bekommt die Ehewohnung?

Weil sich der Vater mit dem Sohn besser versteht, muss die Mutter ausziehen

onlineurteile.de - Mit dem erwachsenen Sohn lebte das Ehepaar in einer Eigentumswohnung, die dem Paar jeweils zur Hälfte gehört. Der 20-Jährige absolviert noch eine Schulausbildung. Als sich die Eltern im April 2012 trennten, zog zunächst der Ehemann aus der Wohnung aus. Doch Mutter und Sohn kamen miteinander nicht klar, die Streitigkeiten häuften sich.

Schließlich beantragte der Vater bei Gericht, ihm die Ehewohnung zuzuweisen: Er würde gerne mit dem Sohn zusammenwohnen. Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm hielt das ebenfalls für eine gute Lösung und verpflichtete die Ehefrau, die Wohnung zu räumen (2 UF 58/13).

Bei einem Streit um die Ehewohnung seien in erster Linie die Belange des Kindeswohls zu berücksichtigen, so das OLG. Das gelte auch dann, wenn Kinder schon volljährig seien. Das Interesse des Sohnes an einer möglichst entspannten Familiensituation habe Vorrang vor dem Interesse der Mutter, in ihrer Wohnung zu bleiben.

Das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn sei derzeit nachhaltig gestört. Deshalb sei das Zusammenleben mit ihr für seine Ausbildung wenig förderlich. Diese verfahrene Situation sei nur durch den Auszug der Mutter aus der Wohnung aufzulösen. Vater und Sohn verstünden sich sehr gut und kämen sicher auch im Alltag gut miteinander aus.

Das Einkommen des Vaters genüge nicht, um eine andere Wohnung als Zuhause für sich und den Sohn anzumieten. Deshalb werde ihm die Ehewohnung zugewiesen.