Wer einen Zweitwagen besitzt ...

... wird bei einem Unfallschaden nicht extra für den Nutzungsausfall entschädigt

onlineurteile.de - Nach einem Unfall mit seinem elf Jahre alten BMW forderte der BMW-Besitzer von der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers (unter anderem) Entschädigung für den Nutzungsausfall. Für die Reparatur des BMW veranschlagte der Mann eine Dauer von 148 Tage. Während dieser Zeit wollte er täglich 82 Euro kassieren. Höchstens für 22 Tage werde er zahlen, erklärte der Versicherer, und überwies die entsprechende Summe. Der Unfallgeschädigte klagte den Differenzbetrag ein.

Hätte der Versicherer nicht vorschnell für 22 Tage gezahlt - womit er die Forderung des Unfallgeschädigten im Prinzip anerkannte -, hätte er womöglich für den Nutzungsausfall gar nicht zahlen müssen. Die geringe Laufleistung des BMW (knapp 33.000 Kilometer) deute darauf hin, dass in der Familie des BMW-Besitzers ein Zweitwagen existiere, so das Oberlandesgericht Brandenburg (12 U 160/06). Da hätte der Versicherer nachhaken sollen.

Denn Eigentümer eines Zweitwagens hätten grundsätzlich keinen Anspruch auf Entschädigung für den Nutzungsausfall des Unfallwagens. Von dieser Regel gebe es nur eine Ausnahme - nämlich wenn der Zweitwagen von einem Familienangehörigen ständig benötigt werde. Der Unfallgeschädigte müsse genau darlegen, warum er auf den Zweitwagen nicht zurückgreifen könne. Das wäre für den BMW-Besitzer angesichts der geringen Kilometerzahl auf dem BMW-Tacho schwierig geworden.

Da der Versicherer den Anspruch aber nun einmal anerkannt habe, müsse er ihn für den Nutzungsausfall entschädigen. Allerdings erhalte der BMW-Besitzer nur 65 Euro pro Tag (22 Tage lang), weil das Fahrzeug schon elf Jahre alt war.