Wer steckt dahinter?

Telefongesellschaft muss Geheimnis um Telefonsex-Anbieter lüften

onlineurteile.de - Der Mann stand auf Telefonsex. Jedenfalls wies eine seiner monatlichen Telefonrechnungen 108 Verbindungen zu einschlägigen Rufnummern auf. Das lustvolle Gestöhne über 0190-Sondernummern schlug mit rund 2.000 DM zu Buche. Der Anrufer schaltete sofort einen Anwalt ein und ließ bei seiner Telefongesellschaft nachfragen, wer denn die "Mehrwertdienste" (0190-Sondernummern) anbiete und wie die Gebühren abgerechnet würden. Postwendend kam die Antwort: Man speichere die letzten 3 Ziffern der gewählten Verbindungen nur kurz und sei deshalb nicht mehr in der Lage, die gewünschte Auskunft zu geben. Als der Kunde die beanstandete Rechnung nicht beglich, klagte die Telefongesellschaft auf Zahlung.

Das konnte ein Amtsrichter in Wiesbaden nicht nachvollziehen und wies die Klage ab (92 C 1440/02 -31-). Die Telefongesellschaft müsse auf Basis ihres Vertrags mit dem 0190-Dienstleister Teile der Gebühren an diesen abführen. Wenn ihr Kunde Widerspruch gegen eine Telefonrechnung einlege, sei die Telefongesellschaft verpflichtet offen zu legen, in welcher Weise die Abrechnung erfolge. Sie könne sich nicht damit entschuldigen, inzwischen die Daten gelöscht zu haben. Denn der Telefonsex-Kunde habe die Rechnung sofort reklamiert und fristgerecht Widerspruch eingelegt.