Wertsachen im Fluggepäck

Luftfahrtunternehmen kann sich nicht vor der Haftung drücken

onlineurteile.de - Es kann ziemlich teuer werden, wenn Koffer und Taschen bei Flugreisen verschwinden oder wenn Gegenstände im Gepäck kaputt gehen. Eine Fluggesellschaft wollte es sich leicht machen und mit zwei Klauseln in ihren Beförderungsbedingungen ausschließen, in solchen Fällen zur Kasse gebeten zu werden.

So hieß es in einer Klausel, im Gepäck dürften sich keinerlei Wertgegenstände - wie Computer oder anderes elektronisches Gerät, Schmuck, Papiere etc. - befinden. Andernfalls werde das Unternehmen unter Umständen sogar den Transport verweigern. In einer zweiten Klausel hieß es, dass die Fluggesellschaft für Schäden an Wertgegenständen nicht hafte, außer der Fluggast könne ihr Absicht oder grobe Fahrlässigkeit nachweisen.

Beide Klauseln sind unzulässig und dürfen nicht angewendet werden, entschied der Bundesgerichtshof (X ZR 165/03). Sie benachteiligten nämlich den Fluggast in völlig unangemessener Weise. Außerdem schreibe das Abkommen von Montreal (seit 1997 gültiges europäisches Gemeinschaftsrecht) zwingend vor, dass "Luftfrachtführer" für Verluste und Schäden am Gepäck hafteten.