Whisky im Lebensmittelmarkt geklaut

Dieb hatte ein Taschenmesser dabei und wird wegen "Diebstahls mit Waffen" verurteilt

onlineurteile.de - In einem Lebensmittelmarkt stahl der Mann drei Flaschen Whisky. Um sie aus dem Laden schmuggeln zu können, hatte er die Sicherungsetiketten an den Flaschen entfernt - mit einem Klapp-Taschenmesser. Der Trick klappte nicht: Der Dieb wurde geschnappt und angezeigt. In der Verhandlung vor dem Amtsgericht wurde ihm sein Taschenmesser mit langer Klinge zum Verhängnis.

Der Amtsrichter glaubte dem Übeltäter zwar, dass er das Messer nicht gegen Verkäufer(innen) einsetzen wollte. Nichtsdestotrotz verurteilte er ihn wegen "Diebstahls mit Waffen" zu sechs Monaten Gefängnis ohne Bewährung. (Während ein Dieb bei "einfachem Diebstahl", je nach den Umständen, auch schon mal mit einer Geldstrafe davonkommen kann, drohen bei "Diebstahl mit Waffen" bis zu zehn Jahre Gefängnis.)

Der Bundesgerichtshof bestätigte das harte Urteil (3 StR 246/07). Ein Taschenmesser mit langer Klinge sei ein "gefährliches Werkzeug", das objektiv dazu geeignet sei, Menschen schwer zu verletzen - das gelte unabhängig davon, ob der Täter es dafür vorgesehen habe. Das Taschenmesser sei eine Waffe im technischen Sinn, bestimmt zum Schneiden und Stechen. Daher gehe von ihm objektiv Gefahr aus. Dass die Klinge von Hand ausgeklappt werden müsse, ändere daran nichts.