Wie viel Auslauf braucht ein Wildschwein?

Landwirt wehrt sich gegen Auflagen des Landkreises für die Tierhaltung

onlineurteile.de - Ein Landwirt aus Rheine hielt auf seinem Gelände Wildschweine, zwei erwachsene Tiere und sechs Jungtiere. Das Gelände sei zu klein, beanstandete der Kreis Steinfurt, und pochte auf Leitlinien für die Wildtierhaltung (herausgegeben vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft).

Demnach müsse die Gruppe mindestens aus einem Eber und vier Sauen bestehen und ein Wechselgehege bekommen. Außerdem müsse der Landwirt jedem erwachsenen Wildschwein eine Mindestfläche von 2000 Quadratmetern zur Verfügung stellen. Ansonsten werde das Gelände von den Tieren zu stark zerwühlt, dann könnten sich im Morast Krankheiten ausbreiten.

Gegen diese Auflagen wehrte sich der Landwirt und setzte sich beim Verwaltungsgericht Münster mit einem Eilantrag vorläufig durch (1 L 726/07). Vom gleichen Ministerium gebe es ein Gutachten zur Haltung von Säugetieren, so das Gericht, das in bezug auf die Größe des Geheges und die Zusammensetzung der Wildschweinrotte nicht so hohe Ansprüche stelle. Deshalb zweifelten die Richter an der Rechtmäßigkeit der Auflagen.

Bis zum Ende des Verfahrens dürfe der Landwirt die Auflagen daher außer Acht lassen. Wollte er sie erfüllen, müsste er seine Tiere verkaufen oder zum Schlachten geben. Denn der Landwirt könne weder auf einen Schlag drei erwachsene Sauen kaufen, noch habe er so viel Land wie gefordert.

Außerdem gehe es den acht Tieren gut, davon habe sich das Gericht (begleitet von einem Tierarzt) vor Ort überzeugt. Nur der Bereich um die Futterstelle sei stark zerwühlt, die 2.500 Quadratmeter große Fläche sei nicht verschlammt. Die Wildscheine durchquerten das Gelände "lebhaft und ohne erkennbare - bodenbedingte - Bewegungseinschränkungen".