Wildes Pflegekind beschädigt Möbel

Pflegevater bekommt vom Jugendamt keinen Schadenersatz

onlineurteile.de - Die Mutter war ganztags berufstätig und kam mit ihrem 1990 geborenen Mädchen nicht zurecht. Das aggressive Kind war schwierig. Mitarbeiter des Jugendamts empfahlen eine Pflegefamilie und arbeiteten einen Hilfeplan aus. Von 1996 bis 2002 wurde das Mädchen in einer Pflegefamilie aufgenommen. Doch auch hier klappte es mit der Erziehung wohl nicht so recht. Jedenfalls verklagte der Pflegevater nach dem Ende des Pflegeverhältnisses das städtische Jugendamt auf 1.259 Euro Schadenersatz: Das Mädchen habe Möbel, Türen und Wände in seiner Wohnung beschädigt.

Da sei er beim Jugendamt an der falschen Adresse, klärte ihn der Bundesgerichtshof auf (III ZR 2/06). Das Amt hafte weder uneingeschränkt für das Verhalten von Pflegeeltern, noch für Schäden, die ein Pflegekind den Pflegeeltern zufüge. Es vermittle nur das Pflegeverhältnis und steuere den Hilfeprozess, schließe aber nicht den Pflegevertrag mit den Pflegeeltern ab. Vertragspartner der Pflegeeltern seien in der Regel die leiblichen Eltern oder derjenige, der das Sorgerecht für das Kind innehabe (hier also die ledige Mutter). Wie leibliche Eltern auch könnten Pflegeeltern, um das Risiko zu mindern, eine Haftpflichtversicherung abschließen.