Wildschweine auf der Straße

Unfallfahrer war mit 80 km/h in der Dunkelheit zu schnell unterwegs

onlineurteile.de - Sie tauchten wie Schatten aus der Dunkelheit auf: drei Wildschweine auf Wanderschaft. Ein Autofahrer, nach eigenen Angaben mit Tempo 80 unterwegs, prallte auf die Tiere. Dann geriet er auf die Gegenfahrbahn und stieß mit einem entgegenkommenden Wagen zusammen. Dessen Fahrerin verlangte Schadenersatz.

Das Oberlandesgericht Celle entschied zu ihren Gunsten (14 U 214/03). Die Autofahrerin habe den Unfall auf keine Weise verhindern können, der Unfallgegner dagegen habe aktiv dazu beigetragen. Ein umsichtiger und verantwortungsvoller Autofahrer fahre in der Dunkelheit in einem Waldstück deutlich langsamer, wenn er wegen Gegenverkehrs Abblendlicht einschalten müsse. Dass die Strecke nicht mit dem Gefahrenzeichen "Wildwechsel" gekennzeichnet sei, ändere daran nichts: Mit freilaufendem Wild müsse man auf dem Land in Waldstücken immer rechnen. In einem vergleichbaren Fall habe ein anderes Gericht dem Fahrer sogar leichte Fahrlässigkeit angerechnet, weil er mit Abblendlicht über 80 km/h gefahren sei.