Wildschweine im Garten

Maschendrahtzaun hält sie nicht ab: Die Vermieterin muss einen stabilen Zaun errichten

onlineurteile.de - Am Stadtrand von Berlin liegt das vermietete Anwesen mit riesigem Garten. Bis 2009 war das Gelände vollständig von einem Jägerzaun aus Holz umfriedet. In den folgenden Jahren ließ die Vermieterin den Holzzaun an einigen Stellen abreißen und ersetzte ihn durch einen Maschendrahtzaun. Das erwies sich als fatal für die Gärtner, denn im nahen Waldgebiet hausen Wildschweine.

Den Maschendrahtzaun zu überwinden, war für die Tiere ein Leichtes: Mehrmals brachen Wildschweine durch und verwüsteten auf der Suche nach Fressen Pflanzen und Beete. Jedes Mal beschwerten sich die Mieter bei der Vermieterin: Der Maschendrahtzaun halte die Wildschweine nicht ab, sie müsse gegen diese Schwachstellen im Zaun etwas unternehmen.

Nach dem siebten Überfall mit einschlägigen Folgen setzten die Mieter der Vermieterin eine Frist, in der sie die Mängel beheben sollte. Als sie darauf wieder nicht reagierte, zogen die Mieter vor Gericht. Das Amtsgericht Berlin-Köpenick verurteilte die Vermieterin dazu, den Garten mit einem stabilen Zaun zu sichern (15 C 25/12).

Vermieter müssten die Mietsache in vertragsgemäßem Zustand halten. Im konkreten Fall bedeute das: Die Vermieterin müsse den Maschendrahtzaun austauschen gegen einen Zaun, der die Wildschweine fernhalten und weitere Schäden im Garten verhindern könne. Zu den Schutzmaßnahmen, die geeignet seien, Wildschäden zu verhindern, gehörten Zäune mit einer Höhe von 1,20 Metern über der Erde und 30 Zentimetern in der Erde.