Wildschweine zerwühlten Streuobstwiese

Landwirt erhält keinen Schadenersatz, weil er das Grundstück nicht einzäunte

onlineurteile.de - Am Waldrand besaß der Bauer eine Wiese mit Obstbäumen. Was er an Obst erntete, verkaufte er. Obst, das schon vorher von den Bäumen fällt, zieht Wild an - in dem Fall eine Wildschwein-Familie, die das ganze Grundstüsck zerwühlte. Anschließend stritt der Landwirt mit den Jagdpächtern des angrenzenden Jagdbezirks um Schadenersatz für den Wildschaden. Der Streit landete beim Amtsgericht Schorndorf (2 C 1011/08).

Der Amtsrichter wies die Klage des Landwirts ab und verwies auf das Bundesjagdgesetz: Der Inhaber des Jagdrechts müsse Wildschäden an Weinbergen, Gärten, Obstgärten, Baumschulen und Forstkulturen etc. nur ersetzen, wenn der Eigentümer Schutzvorrichtungen installiert habe, um den Schaden abzuwenden. Das sei sinnvoll, denn an allen diesen Orten bestehe ein erhöhtes Risiko für Wildschaden: Zu den Obstgärten zähle auch eine Streuobstwiese. Jede Ansammlung von Obstbäumen sei wegen des Fallobstes für Wild ein Anziehungspunkt. Deshalb hätte der Grundstückseigentümer die Wiese einzäunen müssen.

Vergeblich wies der Landwirt darauf hin, dass er für einen Zaun im Außenbereich eine Erlaubnis der Gemeinde benötige, die man ihm verweigert habe. Das könne nicht zu Lasten der Jagdpächter gehen, erklärte der Amtsrichter ungerührt. Vom "Rechtsverhältnis des Grundstückseigentümers zur Gemeinde" seien die Jagdpächter nicht betroffen. Man könne sie nicht allein deshalb zu Schadenersatz verurteilen, weil dem Landwirt baurechtlich verboten wurde, einen Zaun zu errichten - zumal sie darauf keinen Einfluss hätten.