Will ein Arbeitgeber "verhaltensbedingt" fristlos kündigen ...

... hat er dafür ab Kenntnis vom Fehltritt eines Arbeitnehmers zwei Wochen Zeit

onlineurteile.de - Eine EDV-Firma setzte einen ihrer Techniker vor die Türe: Sie hatte Wind davon bekommen, dass er nach Feierabend privat, auf eigene Rechnung bei Firmenkunden EDV-Arbeiten erledigte. Doch der Chef überlegte es sich zu lange: Vier Wochen, nachdem er von den Extratouren seines Mitarbeiters erfahren hatte, kündigte er dem Techniker fristlos.

Dessen Kündigungsschutzklage hatte beim Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz Erfolg (10 Sa 428/08). Für eine fristlose Kündigung aufgrund von Verfehlungen eines Arbeitnehmers gelte eine Frist von zwei Wochen, so das Gericht. Diese Frist beginne zu laufen, sobald der Arbeitgeber vom - wirklichen oder vermeintlichen - Fehltritt Kenntnis erhalte. Nach Ablauf dieser Frist sei die fristlose Kündigung unzulässig.

Vergeblich pochte die EDV-Firma darauf, sie habe noch Fakten recherchieren müssen, um den Verdacht zu untermauern. Das ließen die Richter nicht gelten: Die Zwei-Wochen-Frist könne nicht verlängert werden, sie diene der Rechtssicherheit.

Ob die Kündigung des EDV-Experten der Sache nach berechtigt war, könne daher offen bleiben: Sei die Frist einmal abgelaufen, müsse der Arbeitgeber den Arbeitnehmer selbst dann weiter beschäftigen, wenn dessen Fehlverhalten eine fristlose Entlassung gerechtfertigt hätte.