Wird die Handwerkerrechnung bar bezahlt ...

... erhält der Auftraggeber keine Steuerermäßigung

onlineurteile.de - Im Herbst 2004 führte der Gesetzgeber eine Steuerermäßigung für so genannte "haushaltsnahe Dienstleistungen" ein (§ 35 a Einkommensteuergesetz). Dazu zählen auch Handwerkerarbeiten (Modernisierungs- und Erhaltungsmaßnahmen). Ausgaben für die Arbeitskosten von Handwerkern sind seit Jahresbeginn 2009 in Höhe von bis zu 1.200 Euro von der Steuer absetzbar.

Dass Barzahler von dieser Regelung nicht profitieren, bestätigte kürzlich das höchste deutsche Finanzgericht, der Bundesfinanzhof, in einem Grundsatzurteil (VI R 14/08). Voraussetzung für den Steuerbonus sei, dass der Steuerzahler eine Rechnung vorweisen könne und den Betrag auf das Konto des Handwerkers eingezahlt habe. Der Zahlvorgang müsse durch einen Bankbeleg dokumentiert werden. So habe es der Gesetzgeber gewollt, um die Schwarzarbeit in Privathaushalten zu bekämpfen.

Die Vorschrift "unbarer Zahlung" verstoße nicht gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung. Selbst Steuerzahler, die über kein eigenes Bankkonto verfügten, hätten eine Chance, den Steuerbonus zu erhalten: Sie könnten den Rechnungsbetrag bei einem Kreditinstitut einzahlen und dann "unbar" auf das Konto des Handwerkers oder Dienstleisters überweisen.