"Wirtschaftlicher Totalschaden"

130-Prozent-Grenze fr die Reparaturkosten eines Unfallwagens wird nicht berschritten

onlineurteile.de - Mit dem Renault Scenic ihres Mannes war eine Mnchnerin in der Stadt unterwegs. Als sie wegen querender Fuág"nger etwas abrupt hinter einem anderen Auto anhalten musste, fuhr ein dritter Wagen von hinten auf den Renault auf. Heck und Stoáf"nger waren besch"digt, die Heckklappe schloss nicht mehr richtig. Ein Sachverst"ndiger sch"tzte die Reparaturkosten auf 7.243 Euro, den Restwert auf 2.500 Euro.

Auf keinen Fall werde sie die Reparatur finanzieren, erkl"rte die Kfz-Versicherung des Unfallverursachers. So ein Auto wieder zu beschaffen, koste nur 5.500 Euro. Die Reparaturkosten l"gen weit h"her als der Wiederbeschaffungswert des Wagens: n"mlich bei mehr als 130 Prozent des Werts, also handle es sich um einen wirtschaftlichen Totalschaden. Der Versicherer zahlte deshalb nur den Wiederbeschaffungsaufwand (Wiederbeschaffungswert minus Restwert).

Fr 3.000 Euro sei kein vergleichbares Fahrzeug zu bekommen, protestierte der Autobesitzer. Er wollte den Renault unbedingt weiterhin fahren und deshalb reparieren lassen. Doch seine Zahlungsklage gegen den Kfz-Versicherer scheiterte beim Amtsgericht Mnchen (345 C 4756/09).

Die Versicherung msse die Reparaturkosten nur dann ganz ersetzen, wenn sie die 130-Prozent-Grenze nicht berschritten, so die Amtsrichterin. Das sei hier jedoch der Fall, wenn auch nur um 1,7 Prozent. Die Grenze weiter auszudehnen, w"re wirtschaftlich unvernnftig. Sie trage ohnehin schon dem verst"ndlichen Wunsch von Autofahrern Rechnung, nach einem Unfall ihr Auto zu behalten, weil sie daran h"ngen und damit vertraut seien.

Der Einwand des Autobesitzers, fr 3.000 Euro k"nne er kein gleichwertiges Fahrzeug kaufen, gehe fehl: Wenn er den Unfallwagen zum Restwert, also fr 2.500 Euro losschlage, habe er nicht nur 3.000 Euro, sondern 5.500 Euro zur Verfgung. Der Versicherer habe korrekt abgerechnet.