Wohnfläche falsch angegeben

Makler muss die Angaben des Verkäufers nur in Ausnahmefällen prüfen

onlineurteile.de - In den Immobilienanzeigen seiner Sparkasse hatte der Käufer das Häuschen entdeckt. Von der Sparkasse erhielt er ein Exposé mit Grundriss und die Adresse des Immobilienmaklers, der vom Eigentümer mit dem Verkauf des Anwesens beauftragt war. Im Grundriss war eine Wohnfläche von "ca. 110 qm" angegeben. Der Kauf kam zustande, im Vertrag stand: Die Angaben in der Objektbeschreibung sind unverbindlich, vom Verkäufer wird keine Gewährleistung für Sachmängel übernommen.

Später kamen dem Käufer Zweifel an der Größe der Wohnfläche. Er beauftragte einen Architekten damit, sie genau zu berechnen. Dieser ermittelte eine Wohnfläche von 93,93 qm. Wegen der Differenz von 16 qm verlangte der Käufer Schadenersatz vom Immobilienmakler. Das Landgericht Münster entschied jedoch, dass er darauf keinen Anspruch hat (10 O 737/03).

Er habe dem Makler nicht gesagt, dass es ihm in besonderer Weise auf die Größe der Wohnfläche ankomme. Makler seien grundsätzlich nicht verpflichtet, von sich aus die vom Verkäufer mitgeteilte Wohnfläche nachzurechnen. Das sei nur ausnahmsweise der Fall, wenn sie von vornherein wüssten, dass die Angaben nicht stimmten. Oder wenn sie dem Kunden ausdrücklich zugesichert hätten, dass die Angaben des Verkäufers vertrauenswürdig seien.

Das treffe hier aber nicht zu. Der Makler habe dem Kunden niemals erklärt, die Angaben im Exposé seien überprüft und gesichert. Er habe auch keinen Anlass gehabt, selbst an den Zahlen des Verkäufers zu zweifeln. Allein aus dem Grundriss gebe es dafür keinen Anhaltspunkt, bei einem Haus dieser Bauart erscheine eine Wohnfläche von 110 qm plausibel.