Wohnfläche war größer als im Mietvertrag angegeben

Kann der Vermieter deshalb die Wohnungsmiete heraufsetzen?

onlineurteile.de - Im Mietvertrag für eine Wohnung war die Wohnfläche mit 121,49 Quadratmeter angegeben, obwohl sie tatsächlich 131,80 Quadratmeter betrug. Als der Vermieter das Versehen bemerkte, schrieb er der Mieterin und wies auf die Differenz hin: Wegen der größeren Wohnfläche erwarte er, dass sie einer Erhöhung der Bruttokaltmiete von 494,24 Euro auf 521,80 Euro zustimme.

Da wurde er enttäuscht. Die Mieterin war der Meinung, dass es ausschließlich auf die im Mietvertrag angegebene Wohnungsgröße ankommt. So sah es auch der Bundesgerichtshof und wies die Klage des Vermieters auf Zustimmung zur Mieterhöhung ab (VIII ZR 138/06).

Die Angabe der Wohnfläche im Mietvertrag sei keine unverbindliche Objektbeschreibung, so die Bundesrichter. Damit werde vielmehr verbindlich vereinbart, wie die Wohnung beschaffen sei. Solange die Abweichung in der Fläche nicht mehr als zehn Prozent betrage, könne man es dem Vermieter zumuten, sich an dem festhalten zu lassen, was er selbst vereinbart habe.

Gleiches gelte übrigens auch im umgekehrten Fall: Auch wenn die Wohnfläche kleiner sei als im Vertrag angegeben, zähle die vertraglich vereinbarte und nicht die tatsächliche Wohnfläche (vorausgesetzt, die Abweichung liege nicht über zehn Prozent).