Wohnhaus leert sich

Wer trägt die höheren Heizkosten durch unbewohnte Räume?

onlineurteile.de - Ein Mietshaus in Halle sollte abgerissen werden. 2001 waren von 43 Wohnungen nur noch 18 vermietet. Als einem Mieter für dieses Jahr 4.931 Verbrauchseinheiten für Heizung berechnet wurden (bei der Abrechnung 2000 waren es nur 3.159), wollte er das nicht hinnehmen. Dass das Haus teilweise unbewohnt war, habe zu Wärmeverlusten geführt, wandte der Mieter ein. Dies habe er durch vermehrtes Heizen ausgleichen müssen.

Das Amtsgericht Halle-Saalkreis hatte über eine Klage der Vermieterin auf Nachzahlung der Nebenkosten zu entscheiden (96 C 5306/03). Im Prozess kam der Mieter mit seiner Argumentation nicht durch. In der Tat sei die im Erdgeschoss gelegene Wohnung auf allen Seiten von unbeheizten Räumen umgeben, räumte der Amtsrichter ein. Dies sei allerdings nur teilweise auf den Leerstand zurückzuführen. Unter der Wohnung liege der Keller, auf einer Seite ein Postraum ohne Heizung.

Letztlich sei das aber nicht ausschlaggebend, denn der Vermieter trage das Risiko von leerstehendem Wohnraum nicht allein - zumindest in Bezug auf die Nebenkosten. In einem zehnstöckigen Haus mit 43 Wohnungen und angesichts eines Überangebots auf dem Wohnungsmarkt sei damit zu rechnen, dass Räume unbewohnt blieben. Auch unter normalen Umständen gebe es in Mietshäusern dieser Größe Fluktuation, in der spezifischen Wohnungssituation von Halle erst recht. Deshalb müsse jeder Mieter mit heizungsbedingten Mehrkosten durch Leerstand kalkulieren. Die Nachforderung der Vermieterin sei berechtigt.