Wohnmobil "sofort urlaubsklar"

Anzeigentext des Verkäufers stellt keine Garantie dar

onlineurteile.de - Auf der Suche nach einem gebrauchten Wohnmobil stieß der Mann im Internet auf die Anzeige eines privaten Verkäufers: Der bot ein 15 Jahre altes Karmann Wohnmobil mit 89.823 Kilometern auf dem Tacho an, das "sofort urlaubsklar" sei. Bei einer Probefahrt sprang das Womo ohne Schwierigkeiten an, für 10.800 Euro wechselte es den Besitzer. Doch der Käufer hatte damit kaum 30 Kilometer zurückgelegt, da ging der Motor aus und ließ sich nicht mehr starten. Erst nachdem er sich abgekühlt hatte, sprang er wieder an.

Auf E-Mails reagierte der Verkäufer nicht, telefonisch erreichte ihn der Käufer auch nicht. Also brachte der Mann das Wohnmobil in die Werkstatt: Er musste für 1.790 Euro Einspritzdüsen, Kraftstofffilter und Einspritzpumpe austauschen lassen. Diese Summe forderte er anschließend vom Verkäufer, der ihm den Mangel verschwiegen habe. Immerhin habe er das Wohnmobil als "sofort urlaubsklar" angepriesen, das sei als Garantie zu verstehen.

Dem widersprach das Amtsgericht München und wies die Schadenersatzklage des Käufers ab (264 C 1007/08). Ein Annoncentext in einer Zeitung oder im Internet sei eine bloße Anpreisung und keineswegs die Zusage einer Garantie. Dass der Verkäufer keine Garantie geben wollte, stehe auch deshalb fest, weil er im Kaufvertrag die Haftung für Sachmängel ausdrücklich ausgeschlossen habe. Bei einem Geschäft unter Verbrauchern sei das ohne weiteres möglich.

Um Anspruch auf Schadenersatz geltend machen zu können, hätte der Käufer außerdem den Verkäufer auffordern müssen, das Fahrzeug reparieren zu lassen. Dafür hätte er ihm eine Frist setzen müssen. Darauf dürfe ein Käufer nur verzichten, wenn der Verkäufer die Nachbesserung von Mängeln ernsthaft und endgültig verweigere. Davon könne hier keine Rede sein: Dass der Verkäufer auf E-Mails nicht antwortete, sei keine Weigerung. Da das Wohnmobil bei der Probefahrt problemlos funktionierte und der Verkäufer das Fahrzeug selbst kaum benutzt hatte, sei auch der Vorwurf unhaltbar, er habe die Mängel gekannt und dem Käufer verschwiegen