Wohnung schadstoffbelastet

Mieterin schaltet Sachverständigen ein und fordert Ersatz der Kosten

onlineurteile.de - Die vermietete Wohnung war, wie sich später herausstellte, in erheblichem Umfang schadstoffbelastet. Der Vermieter wollte das zuerst nicht glauben und geriet mit seiner Mieterin deshalb in Streit. Als ihm dann ein Sachverständiger schwarz auf weiß bestätigte, wie es stand, sagte er seiner Mieterin davon kein Sterbenswort. Mittlerweile hatte diese jedoch selbst eine Laboranalyse in Auftrag gegeben. Nachdem sie das Ergebnis erfuhr, kündigte sie den Mietvertrag. Als der Vermieter rückständige Nebenkosten abrechnen wollte, konfrontierte ihn die Mieterin mit den Kosten der Schadstoffanalyse (2.262 DM).

Das Amtsgericht Osnabrück wies die Klage des Vermieters auf Ausgleich der Nebenkosten ab (44 C 64/02 (XXV)). Die Mieterin dürfe die Gutachterkosten gegen seine Forderung aufrechnen: Monatelang habe ihr der Vermieter das Gutachten vorenthalten, obwohl er (im Rahmen des Mietvertrags) verpflichtet gewesen wäre, sie sofort zu informieren. Hätte er dies rechtzeitig getan, wäre die Laboranalyse überflüssig gewesen. So aber habe die Mieterin verständlicherweise die Unsicherheit über das Ausmaß der Schadstoffbelastung beenden wollen. Daher müsse der Vermieter die Gutachterkosten ersetzen. Unterm Strich bleibe dann von der Nebenkosten-Nachzahlung nichts mehr übrig.