Wohnung war viel kleiner als vereinbart

Eine Abweichung von über 20 Prozent rechtfertigt die fristlose Kündigung

onlineurteile.de - Ein Ehepaar hatte 2002 eine Wohnung gemietet, die laut Mietvertrag "ca. 100 Quadratmeter" groß sein sollte. Drei Jahre später kündigten die Mieter fristlos, weil die Wohnfläche wesentlich kleiner war: Sie hätten die ganze Zeit zu viel gezahlt. Während der letzten drei Monate kürzte das Paar die Miete und verklagte den Vermieter darüber hinaus auf Rückzahlung von 4.900 Euro.

Ein vom Amtsgericht beauftragter Sachverständiger ermittelte eine Wohnfläche von 77,37 Quadratmeter, somit eine Abweichung von 22,63 Prozent. Daraufhin entschied es den Rechtsstreit zu Gunsten der Mieter, während die Berufungsinstanz die Kündigung für unwirksam erklärte: Die Mieter hätten nicht dargelegt, warum es ihnen unzumutbar sei, das Mietverhältnis fortzusetzen.

Das sei hier überflüssig, urteilte dagegen der Bundesgerichtshof (VIII ZR 142/08). Die Voraussetzungen für eine fristlose Kündigung aus wichtigem Grund seien hier gegeben, daher müssten die Mieter die Unzumutbarkeit nicht mehr extra belegen. Wenn die tatsächliche Wohnfläche von der vereinbarten Wohnfläche um 22,63 Prozent abweiche, sei dies ein gravierender Mangel der Mietsache, der ihren vertragsgemäßen Gebrauch unmöglich mache.

Aus diesem Grund könnten Mieter allemal den Vertrag kündigen. Anders läge der Fall nur, wenn sie nachweislich schon bei Mietbeginn die Abweichung erkannt hätten, ohne zu kündigen oder eine Mietkürzung zu verlangen. Das treffe hier aber nicht zu.