Wohnung wird mit Trocknungsgeräten entfeuchtet

Mieter darf nach einem erheblichen Wasserschaden vorübergehend ausziehen

onlineurteile.de - Immer wieder quoll der Laminatboden im Flur der kleinen Mietwohnung auf, von dem alle Zimmer abgingen. An den Wänden bildeten sich Wasserflecken. Schließlich entdeckte der Mieter die Ursache der Feuchtigkeitsschäden: Eine Verschraubung an der Wasseruhr im Installationsschacht war undicht. Die Gebäudeversicherung der Vermieter erklärte sich bereit, den Schaden zu regulieren. Trocknungsgeräte sollten die Wohnung in ca. zwei Wochen entfeuchten.

Kaum hatte die mit den Arbeiten beauftragte Firma die Geräte aufgestellt, schaltete sie der Mieter wieder ab und meldete sich beim Vermieter. Die Geräte seien unerträglich laut. Als Autor arbeite er zuhause und brauche Ruhe. Zwei Wochen lang halte er die Störung nicht aus. Daher suche er nun auf Kosten des Vermieters ein Ersatzquartier. Der Vermieter hielt das für "absolut überflüssig", zahlte nichts und ließ sich vom Mieter verklagen.

Das Amtsgericht Schöneberg entschied, dass der Vermieter dem Mieter die Stromkosten für die Geräte und ein Ersatzquartier finanzieren muss (17 C 71/07). Bei einem Lärmpegel von 50 Dezibel konzentriert zu arbeiten oder gut zu schlafen, sei unmöglich. Darüber hinaus habe der Flur ausgesehen wie eine Baustelle (belegt durch Fotos). Während der Trocknungszeit sei die Wohnung damit für den Mieter unbewohnbar gewesen. Da die Gebrauchstauglichkeit der Räume außerdem wegen der Feuchtigkeitsschäden über Monate hinweg eingeschränkt war, könne der Mieter während der ganzen Periode die Bruttomiete mindern.