Wohnungseigentümer möchte Loggia verglasen

So ein Eingriff in die Fassade setzt die Zustimmung aller Eigentümer voraus

onlineurteile.de - Mit Mehrheit beschloss eine Eigentümerversammlung, den Antrag eines Wohnungseigentümers zu akzeptieren. Er wollte seine Loggia verglasen lassen, um sie auch als Wintergarten nutzen zu können. Da die Wohnanlage unter Denkmalschutz steht, hatte der Mann auch schon bei der Denkmalschutzbehörde nachgefragt und die Erlaubnis dafür erhalten.

Vielleicht wähnte sich der Verwalter deshalb auf der sicheren Seite, als er diesen Tagesordnungspunkt auf der Eigentümerversammlung abgehakt hatte. Dabei hatte es Gegenstimmen gegeben — und bauliche Veränderungen können nur einstimmig beschlossen werden.

Prompt focht ein anderer Wohnungseigentümer den Beschluss an und zwar mit Erfolg, wie zu erwarten war. Der Umbau einer Loggia in einen Wintergarten stelle einen Eingriff in die Fassade dar, so das Amtsgericht Charlottenburg (73 C 220/10). Die geplante Verglasung störe die einheitliche Optik und beeinträchtige daher das Aussehen der Fassade.

So eine bauliche Veränderung sei nur zulässig, wenn ihr ausnahmslos alle Wohnungseigentümer zustimmten. Diese Kompetenz der Eigentümer werde durch die Erlaubnis der Denkmalschutzbehörde nicht aufgehoben.