Wohnungsverwalter vermittelt Eigentumswohnungen

Darf er als Verwalter dafür Maklerprovision kassieren?

onlineurteile.de - Der Makler kannte sich mit den Wohnungen, die er zum Kauf anbot, wirklich super aus. Das lag daran, dass er sie auch schon jahrelang verwaltete. Er war so überzeugend, dass eine wohlhabende Frau gleich mehrere Eigentumswohnungen über ihn kaufte. Dafür kassierte der Verwalter die übliche Maklerprovision. Später aber reute es die Käuferin, dass sie ihm so viel Geld überlassen hatte.

War es nicht verboten, dass Verwalter die gleichen Wohnungen auch als Makler vermittelten? Verwalter müssten schon deshalb auf Provision verzichten, weil sie sonst in einen Interessenskonflikt gerieten, argumentierte die Käuferin. Schließlich sei doch ein Verwalter den Eigentümern verpflichtet und nicht dem Käufer, wie ein Makler. Dass hier quasi automatisch ein Interessenkonflikt entsteht, wurde vom Bundesgerichtshof allerdings bestritten (III ZR 387/04).

Ein Wohnungs- oder Hausverwalter dürfe nur dann keine Maklerprovision verlangen, wenn er einen Mietvertrag vermittle. Diese Regelung könne man aber nicht auf den Verkauf übertragen. Es sei zwar richtig, dass ein Wohnungsverwalter, der gleichzeitig als Makler auftrete, unter Umständen Probleme bekommen könne: zum Beispiel wenn er gegenüber dem Eigentümer zur Verschwiegenheit verpflichtet sei (etwa bei Mängeln des Hauses oder in Bezug auf die Mieter). Ein grundsätzlicher Interessenkonflikt bestehe aber nicht: Ein Makler nehme im Falle eines Streits nicht notwendigerweise Partei für den Verkäufer.