Zahnriemen gerissen

Kunde reklamierte unberechtigt bei der Werkstatt fehlerhafte Inspektion

onlineurteile.de - Ein Arzt ließ in einer Kfz-Werkstatt den Zahnriemen seines Alfa Romeo wechseln. Ein halbes Jahr (und 6.500 Kilometer) später beauftragte er eine andere Werkstatt damit, die 80.000-km-Inspektion durchzuführen. Bei dieser Inspektion ist die Überprüfung des Zahnriemens vom Hersteller nicht vorgeschrieben. Dass der Zahnriemen bereits erneuert wurde, teilte der Autobesitzer dem Mechaniker mit.

Kurz darauf blieb der Wagen mit gerissenem Zahnriemen liegen. Der Anwalt des Arztes forderte die zweite Werkstatt auf, die Sache zu überprüfen und Schadenersatz zu leisten. Dazu sah der Inhaber der Werkstatt keinen Grund, zog aber einen Sachverständigen und ebenfalls einen Anwalt hinzu. Den Kunden verklagte er auf Übernahme der Kosten, die durch die unberechtigte Reklamation entstanden seien.

Das Amtsgericht Krefeld wies die Klage ab (5 C 434/06). Zwar habe der Arzt objektiv unberechtigt die Werkstatt für seinen Motorschaden haftbar gemacht. Doch das stelle keine Pflichtverletzung dar, so der Amtsrichter. Als technischer Laie habe der Arzt geglaubt, dass der zweiten Werkstatt bei der Inspektion ein Fehler unterlaufen war, der den Schaden verursachte. Das könne man ihm nicht als Verschulden ankreiden. Zudem habe der Autobesitzer die Werkstatt über alle wichtigen Fakten informiert; insbesondere darüber, dass eine andere Werkstatt den Zahnriemen gewechselt hatte.