Zeitungsausträger stürzt auf einer Haustreppe

Hauseigentümer muss sein Anwesen nicht die ganze Nacht beleuchten

onlineurteile.de - In aller Herrgottsfrühe war ein Zeitungsausträger unterwegs, um 4.30 Uhr morgens. In der Dunkelheit stürzte er auf der Eingangstreppe eines Hauses und verletzte sich. Dafür gab er dem Hauseigentümer die Schuld, weil die Treppe nicht beleuchtet war.

Diesem Vorwurf mochte sich das Oberlandesgericht Celle nicht anschließen und wies die Klage des Zeitungsausträgers auf Schmerzensgeld ab (9 U 192/03). Grundsätzlich habe ein Hauseigentümer dafür zu sorgen, dass der Bürgersteig vor seinem Haus und der zum Hauseingang führende Weg inklusive Treppe sicher zu begehen sei. Das gelte aber nicht "rund um die Uhr", sondern erst am Morgen, wenn "allgemeiner Verkehr einsetze", also ab 7.00 Uhr früh. Ein Zeitungszusteller dürfe sich daher nicht darauf verlassen, dass die Kunden seines Arbeitgebers ihre Grundstücke die ganze Nacht beleuchteten. Er müsse eine funktionierende Taschenlampe dabei haben. (Nur wenn der Zeitungsverlag mit bestimmten Kunden Sonderregelungen für die Zustellung getroffen habe, wäre so ein Fall unter Umständen anders zu beurteilen.)