Zoff im Hundesalon

Neufundländer pinkelt auf neue Hundedecken: Saloninhaberin verlangt Schadenersatz

onlineurteile.de - Herr D brachte seine Hunde in einen Hundesalon zur Fellpflege. Im Salon verkaufte die Inhaberin auch Pflegeutensilien, Tierspielzeug etc., unter anderem Hundedecken. Die hatte Frau W hübsch in einem Hundekorb drapiert, der auf dem Boden stand. Das kam dem Neufundländerrüden von Herrn D sehr gelegen: Er urinierte in den Korb, um "sein Revier abzustecken" - das nennt man "markieren".

Die Decken könne sie nun nicht mehr verkaufen, jammerte Frau W. Kein Hund lege sich auf eine Decke, die ein anderer Hund bereits markiert habe. Die Saloninhaberin forderte 280 Euro Schadenersatz. D konterte mit einer Gegenklage auf Schmerzensgeld: Frau W habe bei Fell- und Nagelpflege so gepfuscht, dass seine Hunde "erhebliche Ängste und Schmerzen" zu leiden hatten.

Tiere seien keine Menschen, winkte das Amtsgericht Wiesbaden ab: Schmerzensgeld für das Leiden von Tieren kenne das deutsche Recht nicht (93 C 2691/11). Grundsätzlich schulde D der Inhaberin des Hundesalons Schadenersatz. Durch einen Waschgang in der Maschine sei der Urin aus den Decken wohl so zu entfernen, dass Menschen ihn nicht mehr riechen. Das gelte aber nicht für die feinere Hundenase. Die markierten Hundedecken seien also nicht mehr zu gebrauchen.

Allerdings müsse es sich Frau W wegen Mitverschuldens gefallen lassen, dass vom geforderten Betrag ein Viertel abgezogen werde. Sie habe nämlich das Missgeschick begünstigt, indem sie die Ware nicht in einem Regal aufbewahrte, sondern den Korb auf den Boden stellte. In einem Hundesalon sei es nicht so ungewöhnlich, dass Hunde - Rüden zumal - markierten. Also dürfe sie Waren nicht so "einladend" platzieren.