Züchter darf Damwild nicht erschießen

Diese Schlachtmethode ist in der Nähe von Wohnhäusern zu riskant

onlineurteile.de - Am Ortsrand, allerdings nicht weit von Wohnhäusern entfernt, hielt Züchter X Damwild in einem etwa 0,8 Hektar großen Gehege. Er ist kein Jäger, wollte sich aber eine Schusswaffe zulegen, um einzelne Tiere zu töten. Nach der Tierschutz-Schlachtverordnung ist es zulässig, Wild auf diese Weise zu schlachten und das Fleisch zu verkaufen.

Zu diesem Zweck beantragte der Mann einen Waffenschein, den ihm der Landkreis Kaiserslautern jedoch verweigerte. Auch das Verwaltungsgericht Neustadt und das Oberverwaltungsgericht (OVG) Koblenz lehnten es ab, ihm das Schießen zu erlauben (7 A 10188/13.OVG).

Das Interesse des Antragstellers daran, den Tierbestand auf diese Weise zu begrenzen und das Fleisch zu verwerten, sei zwar nachvollziehbar, so das OVG. Doch das Gehege sei nicht sonderlich groß und liege sehr nah an Wohnbauten. Daher wäre es riskant, dort das Schießen zuzulassen. Die Gefahr, dass Menschen durch verirrte Kugeln verletzt werden, sei zu groß — zumal der Züchter weder Jäger, noch Sportschütze sei und keine Erfahrung im Schießen habe.

X habe an der breitesten Stelle des Geheges einen vier Meter hohen Schießstand geplant. Von dort lägen die nächsten Wohnhäuser nur 180 Meter entfernt. Der Einwand des Züchters, dass die Kugel bei einem Fehlschuss vom Hochstand aus in der Erde landen würde, sei zwar nicht abwegig. Aber es sei umgekehrt auch nicht auszuschließen, dass bei Fehlschüssen oder Abprallern Kugeln über das Gelände hinaus fliegen könnten.