Zwangsräumung des elterlichen Hauses

Auch der Sohn muss dem Gerichtsvollzieher weichen

onlineurteile.de - Der Sohn war volljährig, wohnte aber noch im Haus seiner Mutter in einem Zimmer mit eigenem Bad. Für Kost und Logis gab er ihr jeden Monat 200 Euro. Da die Frau hoch verschuldet war, wurde das Haus zwangsversteigert. Der Sohn glaubte, sich der Zwangsräumung widersetzen zu können - was ihm zunächst auch gelang. Denn der Obergerichtsvollzieher war der Meinung, der Sohn habe ein eigenes Besitzrecht an seinen Räumen.

Doch der Amtsrichter in Fürth sah das anders (3 M 3433/02): Weder minderjährige noch volljährige Kinder hätten ein eigenes Besitzrecht, wenn sie elterliche Räume - ohne Mietvertrag, nur im Rahmen des elterlichen Unterhalts - bewohnten. Gegen sie müsse der Gläubiger die Zwangsvollstreckung nicht eigens durchsetzen. Der Gerichtsvollzieher könne also das Haus räumen lassen, ohne bei Gericht einen weiteren Räumungstitel gegen den Sohn zu erwirken. Anders läge der Fall, wenn der Sohn keinen Unterhalt mehr von seiner Mutter bekäme und er mit ihr einen regulären Mietvertrag für einen abgegrenzten Teil des Wohnhauses abgeschlossen hätte.