Zwei Tage nach der Geburt: Hirninfarkt

Eltern werfen Hebammen und Ärzten Versäumnisse vor

onlineurteile.de - Am Tag der Geburt sah alles noch nach einem freudigen Ereignis aus: Der Bub kam in einem Krankenhaus gesund und munter zur Welt. Doch schon zwei Tage später schwächelte das Kind, zitterte und trank schlecht. Dann die niederschmetternde Diagnose: linksseitiger Hirninfarkt mit Lähmungserscheinungen. Die Eltern wollten zwei Hebammen, zwei Belegärzte und den Träger des Krankenhauses zur Verantwortung ziehen und verlangten 150.000 Euro Schmerzensgeld.

Doch die Klage wurde vom Oberlandesgericht Koblenz abgewiesen, obwohl die (sachverständig beratenen) Richter einige Behandlungsfehler auflisteten (5 U 250/04). So hatte eine Hebamme ohne ärztliche Anweisung der Frau ein Betäubungsmittel (Dolantin) gegeben, um die Schmerzen zu lindern. Als sich die kindliche Herzfrequenz auffällig verlangsamte, habe eine andere Hebamme keinen Arzt verständigt. Dabei hätte man hier wohl ein wehenhemmendes Mittel verabreichen, eventuell auch eine Mikroblutgasanalyse durchführen müssen (um zu klären, ob ein Kaiserschnitt angezeigt sei).

Doch diese Mängel beim "Geburtsmanagement" begründeten noch keine Haftung, erklärten die Richter. Denn ein ursächlicher Zusammenhang dieser Fehler mit dem Hirninfarkt - zwei Tage nach einer normal verlaufenen Geburt - sei nicht eindeutig festzustellen.