Zweitbalkon sinnvoll?

Mieter müssen nur notwendige Renovierungsmaßnahmen hinnehmen

onlineurteile.de - Sinnvolle Verbesserungen wie die Sanierung einer veralteten Heizungsanlage, die Energie verschleudert, sind von den Mietern zu dulden - sofern der Eigentümer sie rechtzeitig über die anstehenden Arbeiten informiert. Was aber verbessert wirklich die Qualität einer Wohnung bzw. eines Hauses? Diese Frage wird häufig unterschiedlich beantwortet.

So verfiel etwa ein Wohnungseigentümer auf den Gedanken, seinem Mieter einen zweiten Balkon zu "spendieren", den er vor dem Schlafzimmer anbauen wollte. Davon hielt der Mieter nun allerdings überhaupt nichts. Für seine Bedürfnisse reiche ein Balkon völlig aus, teilte er mit. Für ihn brächte der Anbau nur Nachteile: Denn der Durchbruch einer Balkontür im Schlafzimmer nähme ihm eine Stellwand, die er in der kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung dringend brauche.

Der geplante Umbau führte zu einem Rechtsstreit, den der Vermieter beim Landgericht Berlin verlor (63 S 77/05). Sein "Zweitbalkon" mache die Wohnung nicht komfortabler, so die Richter, im Gegenteil. Es sei üblich, in einem Schlafzimmer einen größeren Schrank aufzustellen, schließlich müsse jeder Mensch seine Sachen irgendwo unterbringen. Ohne die Wand, in die der Vermieter die Balkontüre einbauen wolle, sei das für den Mieter nicht möglich. Der Umbau sei daher keineswegs als sinnvolle Modernisierungsmaßnahme einzustufen, die der Mieter hinnehmen müsste.