Zwischenzeugnis ist verbindlich

Endzeugnis darf trotz Betriebsübergabe davon nicht wesentlich abweichen

onlineurteile.de - Als der Betrieb verkauft wurde, wollte sich der Arbeitnehmer vorher absichern. Er ließ sich vom scheidenden Chef ein Zwischenzeugnis ausstellen. Ein paar Monate später erhielt er von seinem neuen Chef ein Endzeugnis, das deutlich negativer ausfiel. So nicht, erklärte der Arbeitnehmer: Die Firmenleitung müsse bei der Bewertung seiner Leistungen auch die Zeit vor der Betriebsübernahme berücksichtigen. Dann gäbe es keine so krasse Abweichung.

Beim Bundesarbeitsgericht setzte sich der Arbeitnehmer durch (9 AZR 248/07). Arbeitgeber müssten Endzeugnisse für die gesamte Dauer des Arbeitsverhältnisses ausstellen, so die Bundesrichter, auch wenn ein Zwischenzeugnis vorliege.

Mit der Betriebsübergabe trete der neue Arbeitgeber in die Stellung des alten ein. Damit sei er auch an den Inhalt des Zwischenzeugnisses gebunden: das gelte für die Beschreibung der Tätigkeit, aber auch für das Urteil über Verhalten und Leistungen des Arbeitnehmers. Vom Zwischenzeugnis dürfe ein Endzeugnis nur abweichen, wenn sich die späteren Leistungen bzw. das spätere Verhalten des Arbeitnehmers tatsächlich eklatant vom früheren unterscheide.